Wie wirtschaftlich sind Auto-ID Lösungen in der Logistik?
1.4.2008, 10:35
Auto-ID oder RFID (Radio Frequency Identification) bedeutet soviel wie automatische, berührungslose Identifikation oder Überwachung von Gegenständen. Aber wo bringen solche Auto-ID Lösungen in der Logistik einen effektiven wirtschaftlichen Vorteil?
Zuerst stellt sich die Frage: In welcher Tiefe der Prozesselemente (Container, Paletten, Verpackungseinheit oder Artikel) lässt sich das grösstmögliche Nutzenpotenzial für das Unternehmen durch den Einsatz von Auto-ID Lösungen erreichen? Klar ist, dass sich durch ganzheitliche Auto-ID Lösungen der Warenfluss, aber auch der Informationsfluss über die ganze Supply Chain kostengünstiger, sicherer, transparenter und flexibler abwickeln lässt. Dies wird auch so in diversen Studien beschrieben.
Jeder Logistik-Prozess sieht aber in den einzelnen Branchen anders aus, daher ist es schwierig, eine generelle Wirtschaftlichkeitsbetrachtung durch Einsatz von Auto-ID Lösungen in der Logistik auszuweisen.
Meiner Meinung nach entstehen heute die grössten Nutzenpotentiale von Auto-ID Lösungen, dies auch belegt durch operative Projekte, nicht auf Jogurt, Bananen oder Äpfel sondern vielmehr in der Distribution von Containern, Paletten und hochwertigen Waren (Textil, IT- und Telekommunikation, etc.).
Einen guten Überblick über mögliche Anwendungsbereiche und Standards von Auto-ID Lösungen findet man unter: www.rfidjournal.com oder www.epcglobalinc.org
Nachfolgend einige Kennzahlen und deren Voraussetzungen von Projekten, die Swisscom umgesetzt hat und die den Nachweis einer Wirtschaftlichkeit von Auto-ID Lösungen in der Logistik erbringen:
- Bis zu 50 Prozent Reduktion von physischen Kontrollen an den Übergangspunkten entlang der ganzen Supply Chain (Wareneingang - Kommissionierung - Warenausgang) - Voraussetzungen diesbezüglich ist die Bulk-Reading Erfassungsmethodik (gesamter Inhalt wird auf einmal gelesen) oder entsprechende Sicherheitsmechanismen in der Kommissionierung als Beispiel.
- Eine Kostenreduktion von rund 15 Prozent durch die Transparenz des Waren- und Informationsflusses und Reduktion von Störungsfeldern. Dies wurde in den Bereichen Rückverfolgbarkeit von Paletten oder hochwertigen Waren (Track und Trace), in der Lagerplatzvergabe, im Lagerumschlag, oder in der durchgängigen Überwachung während des Transports erreicht.
- Ein Pay Back von kleiner 3 Jahre – Voraussetzungen für einen solchen Payback ist ein professionelles Projektmanagement und der Einsatz von bewährten Standards (Soft- Hardware und Kommunikation)
Philippe Ramseier ist verantwortlich für das Business Consulting bei Swisscom Auto ID Services http://www.swisscom.com/AutoID/content/Beratung
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Siehe auch Anwendungsfall “Intelligenter Kühlschrank”, der an “Internet of Things” (http://www.iot2008.org) ein Thema war: http://blip.tv/file/782866