Web 2.0 Glossar
25.1.2008, 15:00
Das Web 2.0 Glossar
Der Begriff Web 2.0 ist zurzeit in aller Munde. Doch was genau steckt hinter diesem von Tim O’Reilly definierten Schlagwort? Das Web 2.0-Glossar erklärt die relevanten Begriffe rund ums „Mitmach-Web“.
Das Web 2.0 Glossar (PDF, 59KB) ![]()
Web 2.0
Der Begriff Web 2.0 wurde massgebend von dem 2005 von Tim O’Reilly verfassten Artikel geprägt und umreisst eine Vielzahl interaktiven Techniken und Anwendungen im Internet. Da die meisten Technologien jedoch oft nicht neu sind, beschreibt Web 2.0 viel eher eine neue Philosophie im Umgang mit dem Internet. Hauptabgrenzungsmerkmal zwischen Web 1.0 und Web 2.0 Seiten ist, dass die Benutzer nicht mehr nur passiv konsumieren, sondern selber Inhalte generieren und austauschen. Typische Beispiele hierfür sind Wikis, Weblogs, soziale Netzwerke sowie Bild- und Videoportale und Tauschbörsen (Ebay, Youtube, Wikipedia, Xing, etc.).
Blog
Kurzform von Weblog. Beschreibt ein digitales, im Internet veröffentlichtes Tagebuch, in der Regel mit themenbezogenen Einträgen. Die Einträge (auch Postings, kurz Posts genannt) können von den Lesern mit Kommentare versehen werden und besitzen eine eindeutige, statische URL (Webadresse). Dies ermöglicht weiteren Nutzern direkt auf einzelne Einträge zu verlinken.
Community Marketing
Beim Community Marketing wird eine virtuelle Gemeinschaft, gezielt als Marketing-Instrument eingesetzt. Dies kann entweder durch das Erstellen einer unternehmenseigener Community geschehen oder durch die Schaltung von Werbung in anderen erfolgreichen Communities.
Digg
Digg ist eine Web 2.0 Plattform, die das Konzept von Social Bookmarks mit Blogs kombiniert und sich auf Nachrichten, Videos und Podcasts spezialisiert hat. Verweise auf Neuigkeiten werden von Benutzern mit Titel, Beschreibung und Kategorie eingestellt und von anderen Benutzern mit Hilfe des Verweises „digg it!“ als positiv bewertet.
Enterprise 2.0
Ein „Unternehmen 2.0“ baut in seine Informations-Architektur Web 2.0 - Anwendungen wie Blogs, Wikis oder Communities ein und integriert diese in sein Geschäftsmodell.
Feed
Dienst, der Inhalte (z.B. News) zum Abonnement bereitstellt. Feeds basieren bspw. auf RSS oder dem neuerem Atom (Feed) und kommen vor allem auf Plattformen mit regelmässig neuen Inhalten zum Einsatz. So werden Abonnementen bei Änderungen und Neuigkeiten automatisch informiert, ohne dass sie die Plattform immer wieder neu abrufen müssen.
Google Adwords
(Wortspiel auf englisch „Adverts“ = Werbeanzeigen und „Words“ = Worte) ist eine Form der Internetwerbung des Suchmaschinenbetreibers Google. Google Adwords sind vierzeilige Text-Annoncen, die bei der Eingabe eines Suchwortes in einer Spalte rechts neben, teilweise auch über den Ergebnissen eingeblendet werden und eine Ergänzung zum Suchergebnis darstellen sollen.
Kollaboratives Arbeiten
Bezeichnung für Projekte mit Mehrautorenschaft, bei denen beispielsweise Software (Open-Source-Bewegung), Wörterbücher (Leo.org), oder Lexika (Wikipedia.org) in Kooperation von mehreren, sich oft unbekannten Personen entstehen.
Mash-up
(von engl.: „to mash“ für vermischen) bezeichnet die Erstellung neuer Inhalte durch die nahtlose (Re-)Kombination bereits bestehender Inhalte. Text, Daten, Bilder, Töne oder Videos, werden collageartig neu kombiniert. Dabei nutzen die Mashups die offenen Programmierschnittstellen (APIs), die andere Web-Anwendungen zur Verfügung stellen. So können z.B. Anbieter von Webseiten über die API von Google Maps Landkarten und Satellitenfotos auf der eigenen Webseite einbinden und zusätzlich mit individuellen Markierungen versehen. Auch die API von Flickr wird oft genutzt, um Fotos in neue Anwendungen einzubinden.
Eine besonders grosse Anzahl an Mashups verknüpft dabei geographische Daten, beispielsweise von Google Maps, mit anderen Inhalten wie Fotos oder Kleinanzeigen. Es werden auch in Internetseiten eingebettete Videos, wie etwa von YouTube genutzt.
Podcasting
Bezeichnet das Produzieren und Anbieten von Mediendateien (Audio- oder Video-Podcast) über das Internet. Das Wort setzt sich aus den beiden Wörtern iPod und Broadcasting zusammen. Ein einzelner Podcast ist somit eine Serie von Medienbeiträgen (Episoden), die über einen Feed (meistens RSS) automatisch bezogen werden können.
Post
Ein Beitrag in einem Blog (einen Beitrag posten).
RSS
Real Simple Syndication ist ein plattform-unabhängiger auf XML basierender Standart, mit dessen Hilfe sich Nachrichten oder andere Web-Inhalte unkompliziert in die eigene Website integrieren lassen. RSS bildet die technische Grundlage für die blühende Blog- und Community-Kultur. Dort ist es üblich, selbst erstellte Inhalte mit fremden Texten, Bildern, Audio- oder Videoclips zu mischen.
Social Networks (vgl. virtuelle Communities)
Webbasierte Netzwerke, auf denen Benutzer ein persönliches Profil, oft ergänzt mit Fotos, Musik oder Videos, hinterlegen. Beispiele solcher Web 2.0-Anwendungen sind MySpace, Facebook oder Xing. Die Kontakte der Benutzer erscheinen meist auf ihren Profilen, was die Vernetzung mit den Kontakten 2. Grades erleichtert.
Tag
Wichtigste Navigationshilfe im Web 2.0. In Blogs und Communities werden Inhalte vom Urheber mit selbst gewählten Schlagwörtern versehen, den Tags. So können andere Nutzer zum Beispiel in der Foto-Community Flickr nach Fotos mit einem bestimmten Motiv suchen.
Trackback
Bezeichnet die Verlinkung von Inhalten in andere Blogs.
Twitter
Twitter sind Mikro-Bloggs.
Angemeldete Benutzer versenden sogenannte “Updates” oder “Tweets” (maximal 140 Zeichen) über verschiedene Dienste: SMS, IM, über Twitter-Homepage (RSS), Desktopapplikation. Diese Nachrichten werden in einer Art Blog eingetragen und entlang eines Zeitstrahls dargestellt. Die Nachrichten werden an alle Benutzer verteilt, die sich für das jeweilige Thema, den Autor oder die Gruppe angemeldet haben. Dabei entscheidet der Absender, ob seine Information an alle geht oder nur eine bestimmte Freundesgruppe erreichen soll.
User-generated content
User-generated content steht für Inhalte (content) wie Bilder, Texte, Audiodaten oder Filme, die einer oder mehrere Benutzer (user) selbst generieren, untereinander tauschen oder auf Webseiten zur Verfügung stellen. Im Gegensatz zu der traditionellen Firmen-zu-Kunden-Beziehung basiert user-generated content auf der Kunden-zu-Kunden-Beziehung.
Virtuelle Communities (vgl. Social Networks)
Gruppen von Menschen mit ähnlichen Interessen, welche mithilfe Informationstechnologien online und somit virtuell miteinander kommunizieren. Die Web 2.0 Anwendungen darunter zeichnen sich dadurch aus, dass Inhalte von den Benutzern selbst generiert werden.
Vlogs
Abkürzung für Video Logs. Blogs, in denen die Posts nicht aus Textbeiträgen, sondern hauptsächlich aus Videos bestehen.
Webcast
Ein Webcast ist dem Zweck nach ähnlich einer Fernsehsendung, jedoch für das Medium Internet konzipiert. Webcasts können live gesendet oder per Abruf (on demand) zu Verfügung gestellt werden.
Widget
Im Zusammenhang mit Web 2.0 sind Widgets kleine Hilfsprogramme, die auf dem Desktop eines Computers erscheinen. Bspw. eine schlanke Übersetzungsmaschine, Wetterauskünfte oder ein kleiner Rechner, welche aber allesamt zuerst als Anwendung auf den Computer herunter geladen werden müssen.
Wiki
Ein Gemeinschaftsprojekt, bei dem Informationen von mehreren Nutzern eingegeben und verbunden werden. Diese Art Inhalte zu erstellen wird oft auch als Crowdsourcing bezeichnet. Das bekannteste aller Wikis, ist die seit 2001 bestehende Online-Enzyklopädie Wikipedia.
Quellen:
Whats Web 2.0, von Tim O’Really - unter http://www.oreillynet.com/
www.wikipedia.org
www.google.org
Weiterführende Seiten:
Mehr Web 2.0 Communites: http://www.web2null.de/category/community/
Mehr Web 2.0 Glossar: http://braininjection.wordpress.com/web-20-glossar/
Mehr Web 2.0 Applikationen: http://bobstumpel.blogspot.com/ (die wohl vollständigste Übersicht aller Web 2.0 Projekte mit alphabetisch geordnetem Nachschlagewerk)
Tags: Tools aktuell Web 2.0 Glossar Checkliste Tool
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In letzter Zeit lese ich immer mehr von Twitter. Das könnte man doch hier auch aufnehmen, oder?
Hallo Herr Grien Harpo, Bhler
Wir haben Ihren Input aufgenommen und unser Glossar um Twitter ergänzt.
Besten Dank für Ihren Beitrag.
MFG,